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Schlangenpendel, Wellenpendel, Pendulum Wave

Physikspielzeug-Lexikon

Schlangenpendel: Wie fünfzehn Pendel ein Wellenmuster erzeugen

Ein Schlangenpendel, auch Wellenpendel oder Pendulum Wave genannt, besteht aus fünfzehn nebeneinander aufgehängten Kugeln mit unterschiedlich langen Fäden. Stoßen Sie alle Kugeln gleichzeitig an, schwingen sie zunächst scheinbar ungeordnet – bis sich nach kurzer Zeit plötzlich ein faszinierendes Schlangen- oder Wellenmuster herausbildet. Dahinter steckt ein einfaches, jahrhundertealtes physikalisches Gesetz.

▸ Aktualisiert: 23. August 2026  |  Autor: experimentis®-Redaktion  |  Lesezeit: ca. fünf Minuten

Was ist ein Schlangenpendel?

Ein Schlangenpendel besteht aus fünfzehn Kugeln, die nebeneinander an Fäden unterschiedlicher Länge aufgehängt sind. Eine mitgelieferte Anstoßlatte sorgt dafür, dass alle Kugeln gleichzeitig und mit derselben Auslenkung in Bewegung versetzt werden. Weil jede Kugel durch ihre individuelle Fadenlänge eine eigene Schwingungsdauer besitzt, driften die Kugeln nach dem Anstoßen zunächst scheinbar unkoordiniert auseinander.

Nach kurzer Zeit zeigt sich jedoch: Die Bewegung ist alles andere als zufällig. Die unterschiedlichen Schwingungsdauern erzeugen fortlaufend wechselnde, aber exakt vorhersagbare Muster – von einer wandernden Welle bis zu einem sich schlängelnden Band aus Kugeln.

  • ✓Fünfzehn Kugeln mit fein abgestuften Fadenlängen bilden das Grundgerüst.
  • ✓Eine Anstoßlatte im Lieferumfang startet alle Kugeln gleichzeitig.
  • ✓Aus scheinbarem Chaos entsteht innerhalb von Sekunden ein sich stetig wandelndes Muster.

Funktionsweise im Video

Wie eindrucksvoll sich das Muster in Echtzeit entwickelt, zeigt dieses Demonstrationsvideo aus einer physikalischen Lehrsammlung:

Die Physik: Galileis Pendelgesetz

Grundlage des Schlangenpendels ist eine Erkenntnis, die bereits Galileo Galilei im sechzehnten und siebzehnten Jahrhundert beschrieb: Die Schwingungsdauer eines Pendels hängt bei kleinen Auslenkungen ausschließlich von der Fadenlänge ab – nicht vom Gewicht der Kugel und nicht von der Stärke des Anstoßes. Längere Fäden führen zu längeren Schwingungszyklen, kürzere Fäden zu kürzeren.

Mathematisch lässt sich die Schwingungsdauer T eines Pendels mit folgender Formel berechnen, wobei l für die Fadenlänge und g für die Erdbeschleunigung steht:

T = 2π √(l / g)

Beim Schlangenpendel sind die fünfzehn Fadenlängen bewusst so berechnet, dass das längste Pendel genau einundfünfzig Schwingungen pro Minute ausführt, während das kürzeste auf fünfundsechzig Schwingungen kommt. Jede Kugel dazwischen erhält eine fein abgestufte Fadenlänge, sodass die Anzahl der Schwingungen pro Minute gleichmäßig zwischen diesen beiden Werten verteilt ist.

Wie stark sich die Fadenlänge dabei schon bei kleinen Unterschieden in der Schwingungszahl verändert, zeigt diese Beispielrechnung nach der Formel oben:

Schwingungen pro MinuteFadenlänge
51 34,4 cm
52 33,1 cm
53 31,8 cm
54 30,7 cm
55 29,6 cm
56 28,5 cm
57 27,5 cm
58 26,6 cm
59 25,7 cm
60 24,8 cm
61 24,0 cm

Warum entsteht das Wellenmuster?

Da jede Kugel eine eigene, leicht unterschiedliche Schwingungsdauer besitzt, geraten die Kugeln nach dem gemeinsamen Start zunehmend außer Takt zueinander. Genau dieses allmähliche Auseinanderdriften erzeugt die wandernden Wellen- und Schlangenmuster, die charakteristisch für dieses Physikspielzeug sind.

  • 1Alle fünfzehn Kugeln mit der Anstoßlatte gleichzeitig und gleich weit auslenken.
  • 2Loslassen und beobachten, wie sich die Kugeln zunehmend außer Takt bewegen.
  • 3Nach etwa einer Minute schwingen alle Kugeln wieder exakt gleichzeitig.
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Da die kürzeste und die längste Kugel um genau vierzehn Schwingungen pro Minute auseinanderliegen, wiederholt sich der gesamte Musterzyklus nach jeweils einer Minute – dann treffen sich alle Kugeln wieder im Gleichtakt, und die Choreografie beginnt von vorn.

Der Effekt in groß: Ein zweites Beispiel

Wie beeindruckend derselbe Effekt mit deutlich mehr Pendeln und größerem Aufbau wirkt, zeigt dieses zweite Video:

Das Schlangenpendel und verwandte Klassiker

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Zeigt mit demselben Pendelgesetz, wie Impuls und Energie beim elastischen Stoß erhalten bleiben.

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • ✓Fünfzehn Kugeln mit unterschiedlich langen Fäden erzeugen wandernde Wellenmuster.
  • ✓Grundlage ist Galileis Pendelgesetz: Die Schwingungsdauer hängt nur von der Fadenlänge ab.
  • ✓Das längste Pendel schwingt einundfünfzig, das kürzeste fünfundsechzig Mal pro Minute.
  • ✓Nach etwa einer Minute synchronisieren sich alle Kugeln wieder von selbst.

Häufig gestellte Fragen

?

Wie funktioniert ein Schlangenpendel?

Fünfzehn Kugeln hängen an unterschiedlich langen Fäden und besitzen dadurch jeweils eine eigene Schwingungsdauer. Nach gemeinsamem Start geraten sie zunehmend außer Takt zueinander, wodurch sich fortlaufend wechselnde Wellen- und Schlangenmuster ergeben.
?

Wovon hängt die Schwingungsdauer eines Pendels ab?

Nach Galileis Pendelgesetz hängt die Schwingungsdauer bei kleinen Auslenkungen ausschließlich von der Fadenlänge ab – nicht vom Gewicht der Kugel und nicht von der Stärke des Anstoßes. Längere Fäden führen zu längeren Schwingungszyklen.
?

Wie schnell schwingen die einzelnen Kugeln?

Das längste Pendel führt einundfünfzig Schwingungen pro Minute aus, das kürzeste fünfundsechzig. Die dazwischenliegenden dreizehn Kugeln sind gleichmäßig auf diese Spanne verteilt.
?

Warum synchronisieren sich die Kugeln nach einer Minute wieder?

Da die Differenz zwischen der schnellsten und der langsamsten Kugel genau vierzehn Schwingungen pro Minute beträgt, treffen sich rechnerisch alle Kugeln nach Ablauf einer Minute wieder exakt im gleichen Takt wie zu Beginn.
?

Was hat das Schlangenpendel mit dem Newton-Pendel gemeinsam?

Beide Pendel-Klassiker beruhen auf denselben physikalischen Grundgesetzen der Mechanik. Während das Schlangenpendel die Fadenlänge als entscheidenden Faktor der Schwingungsdauer zeigt, veranschaulicht das Newton-Pendel Impuls- und Energieerhaltung beim elastischen Stoß.
?

Wie wird das Schlangenpendel in Gang gesetzt?

Mit der mitgelieferten Anstoßlatte werden alle fünfzehn Kugeln gleichzeitig und gleich weit ausgelenkt und dann gemeinsam losgelassen. Nur dieser gleichzeitige Start sorgt dafür, dass sich die charakteristischen Wellenmuster überhaupt ausbilden können.
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Über die Autorin

experimentis®-Redaktion

experimentis® ist ein inhabergeführter Physik- und Wissenschaftsshop aus Rockenberg (Hessen). Wenige Physikspielzeuge machen ein jahrhundertealtes Naturgesetz so unmittelbar sichtbar wie das Schlangenpendel.

 
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