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Was ist ein Mond- und Gezeitenkalender?
Der Mond- und Gezeitenkalender ist ein aus schwerem Metall gefertigtes Rechenwerkzeug, das zwei Funktionen in einem Gerät vereint. Auf der Vorderseite lässt sich mithilfe einer drehbaren Scheibe die Mondphase für jedes beliebige Datum bestimmen. Die Rückseite funktioniert als eine Art Rechenschieber, mit dem sich Ebbe und Flut für einen bestimmten Tag vorhersagen lassen.
Beide Mechanismen gehen auf astronomische und nautische Instrumente aus dem siebzehnten und achtzehnten Jahrhundert zurück und wurden für die moderne Anwendung neu berechnet. Das Gerät ist damit gleichzeitig funktionsfähiges Rechenwerkzeug und dekoratives Sammlerstück.
- ✓Vorderseite: drehbare Scheibe zur Bestimmung der Mondphase.
- ✓Rückseite: Rechenschieber zur Vorhersage von Ebbe und Flut.
- ✓Basiert auf historischen Instrumenten des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts.
Wie lesen Sie die Mondphase ab?
Der erste Schritt besteht darin, auf der inneren Skala einen Korrekturfaktor abzulesen. Dieser Wert gibt an, um wie viele Tage der Mondlauf gegenüber dem ersten Tag des Sonnenjahres verschoben ist.
- 1Den Korrekturfaktor für das gewünschte Jahr auf der inneren Skala ablesen – für das Jahr 2015 beträgt er beispielsweise acht Tage.
- 2Die drehbare innere Scheibe entsprechend einstellen – im Beispiel 2015 auf den dreiundzwanzigsten Dezember.
- 3Anschließend lässt sich die Mondphase für jedes beliebige Datum des Jahres ablesen.
Wie funktioniert die Gezeiten-Vorhersage?
Für die Vorhersage von Ebbe und Flut wird zunächst mithilfe des Mondphasenkalenders das Mondalter für das gewünschte Datum bestimmt. Der drehbare Ring auf der Rückseite wird anschließend so eingestellt, dass die Index-Markierung im Durchbruch auf dieses Mondalter zeigt. Zur Kontrolle erscheint die passende Mondphase zusätzlich grafisch.
Das zugrunde liegende Prinzip lautet: Die Ebbe tritt immer um sechs Uhr Mondzeit ein, der Vollmond immer um zwölf Uhr Mondzeit. Die Mondzeit ist dabei auf dem äußeren Rand des Rings aufgetragen, während die Sonnenzeit auf der Grundplatte des Instruments steht.
Bei korrekt eingestelltem Mondalter genügt daher ein Blick auf die zwölf Uhr Mondzeit, um abzulesen, welcher Sonnenzeit diese entspricht. Allerdings handelt es sich dabei um einen Idealwert, der für die wahre Ortszeit gilt.
Warum ist eine Korrektur pro Hafen nötig?
Für jeden Hafen ist ein individueller Korrekturfaktor erforderlich, die sogenannte Hafenzeit. Sie gibt die Zeitdifferenz zwischen der tatsächlichen Flut und der Meridianpassage des Mondes an diesem Ort an. Zusätzlich muss bei der Berechnung auch die Sommerzeit berücksichtigt werden, um zu einer alltagstauglichen Uhrzeit zu gelangen.
Historischer Hintergrund
Kombinierte Mond- und Gezeitenrechner gehen auf nautische und astronomische Instrumente des siebzehnten und achtzehnten Jahrhunderts zurück, mit denen Seefahrer Gezeitenzeiten für die Navigation in Häfen bestimmten. Die heute erhältlichen Nachbildungen wurden für die moderne Anwendung neu berechnet und sind je nach Ausführung über mehrere Jahrzehnte hinweg funktionsfähig.
Historische Instrumente im Shop
Diese drei historischen Rechenwerkzeuge sind aktuell lieferbar:
Das Wichtigste auf einen Blick
- ✓Die Vorderseite zeigt die Mondphase, die Rückseite berechnet Ebbe und Flut.
- ✓Ein jährlicher Korrekturfaktor stellt die Mondphasen-Scheibe richtig ein.
- ✓Ebbe tritt um sechs, Vollmond um zwölf Uhr Mondzeit ein – als Idealwert der Ortszeit.
- ✓Die individuelle Hafenzeit und die Sommerzeit liefern die alltagstaugliche Uhrzeit.