Physikspielzeug-Lexikon Natron-Rakete: Wie Backpulver und Essig eine Rakete starten lassen
Eine Natron-Rakete startet ganz ohne Batterie oder Motor – allein durch die chemische Reaktion von Natron und Essig. Innerhalb weniger Sekunden entsteht so viel Kohlenstoffdioxid, dass die Rakete mit einem Rückstoß in die Luft schießt. In diesem Artikel erklären wir, welche Chemie und Physik dahintersteckt, wie der Start gelingt und worauf Sie beim Experimentieren achten sollten.
▸ Aktualisiert am 23. August 2026 | Autor: experimentis®-Redaktion | Lesezeit: ca. sieben Minuten
Was ist eine Natron-Rakete?
Eine Natron-Rakete ist ein einfaches Chemie-Experiment, bei dem eine kleine Kunststoffrakete allein durch die Reaktion von Natron und Essig in die Luft startet. Der Raketenkörper wird auf einen Startsockel gesteckt, der zuvor mit Backpulver und Essig befüllt wurde. Sobald genügend Gasdruck entstanden ist, löst sich die Rakete vom Sockel und schießt mehrere Meter nach oben.
Die Chemie dahinter: Reaktion von Natron und Essig
Die Rakete funktioniert mit einem Gemisch aus Natron (Natriumhydrogencarbonat) und Essig. Trifft die Essigsäure auf das Natron, setzt eine chemische Reaktion ein, bei der Kohlenstoffdioxid entsteht – dasselbe Gas, das auch in Mineralwasser für die Bläschen sorgt. Da sich das Gas in kürzester Zeit bildet, steigt der Druck im geschlossenen Startsockel rasant an, bis er schließlich die Rakete nach oben abschießt.
i Dasselbe Gas, das die Natron-Rakete antreibt, lässt auch klassische Backpulver-Vulkane in der Küche "ausbrechen" – beide Experimente beruhen auf derselben Säure-Base-Reaktion.
Anleitung: In vier Schritten zum Raketenstart
- 1Füllen Sie etwa 1,25 Gramm Natron in den Startsockel der Rakete.
- 2Geben Sie rund 2 Milliliter Essig in den Raketenkörper.
- 3Setzen Sie den Raketenkörper auf den Sockel, schütteln Sie ihn dreimal kurz.
- 4Stellen Sie die Rakete zügig ab und treten Sie zurück – der Start erfolgt innerhalb weniger Sekunden.
Die Physik des Rückstoßprinzips
Der eigentliche Start funktioniert nach demselben Prinzip wie bei einer echten Rakete: dem Rückstoßprinzip. Das unter Druck stehende Kohlenstoffdioxid entweicht schlagartig nach unten aus dem Startsockel. Nach dem dritten Newton’schen Gesetz erfährt die Rakete dabei eine Kraft in die entgegengesetzte Richtung und schießt nach oben.
“ Das Gas entweicht nach unten. Die Rakete erfährt einen Rückstoß und steigt nach oben.
Weitere Raketen-Varianten zum Experimentieren
Neben der klassischen Natron-Rakete gibt es weitere Raketen-Experimente, die auf verwandten physikalischen Prinzipien beruhen. Die Wasserrakete nutzt statt einer chemischen Reaktion komprimierte Luft und Wasserdruck, um deutlich größere Flughöhen zu erreichen. Wer die Chemie hinter der Natron-Rakete spannend findet, entdeckt mit thematisch passenden Küchenexperimenten weitere Reaktionen aus dem Alltag – von der Zitronenbatterie bis zum Tischvulkan.
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Effekt: sechs verschiedene Experimente, darunter eine Essig-Rakete
Besonders geeignet für: Kinder ab acht Jahren, Abwechslung über mehrere Experimentiertage
Sicherheit und Tipps
! Führen Sie den Start ausschließlich im Freien oder in einem gut belüfteten Raum durch und richten Sie die Rakete niemals auf Personen, Tiere oder das Gesicht. Nach dem Befüllen sollten Sie zügig zurücktreten, da der Start bereits nach wenigen Sekunden erfolgen kann. Bei Kindern gilt: Das Experiment nur unter Aufsicht eines Erwachsenen durchführen.
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Das Wichtigste auf einen Blick
Die Natron-Rakete startet allein durch die chemische Reaktion von Natron und Essig, bei der Kohlenstoffdioxid entsteht. Der entstehende Gasdruck treibt die Rakete nach dem Rückstoßprinzip – demselben Prinzip wie bei echten Raketen – nach oben. Mit nur zwei Zutaten aus der Küche lässt sich so in Sekunden ein anschauliches Physik-Experiment durchführen.
Häufige Fragen zur Natron-Rakete
? Wie funktioniert die Natron-Rakete?
Natron und Essig reagieren miteinander und erzeugen dabei Kohlenstoffdioxid. Der entstehende Gasdruck baut sich im Startsockel auf, bis er die Rakete nach dem Rückstoßprinzip in die Luft schießt.
? Welches Mischverhältnis aus Natron und Essig ist ideal?
Bewährt hat sich ein Verhältnis von etwa 1,25 Gramm Natron zu 2 Millilitern Essig. Genaue Mengenangaben finden Sie stets in der Anleitung des jeweiligen Produkts, da sie je nach Modell leicht variieren können.
? Warum steigt die Rakete nach oben?
Das entstehende Gas entweicht schlagartig nach unten aus dem Startsockel. Nach dem dritten Newton’schen Gesetz erfährt die Rakete dabei einen Rückstoß in die entgegengesetzte Richtung und wird nach oben beschleunigt.
? Ist das Experiment für Kinder sicher?
Ja, sofern es unter Aufsicht eines Erwachsenen und im Freien oder einem gut belüfteten Raum stattfindet. Die Rakete sollte dabei niemals auf Personen, Tiere oder das Gesicht gerichtet werden.
? Ab welchem Alter ist die Natron-Rakete geeignet?
Die PhänoMINT CO₂-Rakete ist ab acht Jahren empfohlen. Bei jüngeren Kindern sollte das Experiment gemeinsam mit einem Erwachsenen durchgeführt werden.
? Was ist der Unterschied zwischen der Natron-Rakete und der Wasserrakete?
Die Natron-Rakete nutzt eine chemische Reaktion aus Natron und Essig und eignet sich für schnelle Experimente drinnen wie draußen. Die Wasserrakete arbeitet mit Luftdruck und Wasser, ist für den Außeneinsatz gedacht und erreicht deutlich größere Flughöhen von bis zu 25 Metern.
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Über die Autorin
experimentis®-Redaktion
experimentis® ist ein inhabergeführter Physik- und Wissenschaftsshop aus Rockenberg (Hessen). In diesem Artikel zeigen wir, wie die Natron-Rakete allein mit Backpulver und Essig nach dem Rückstoßprinzip startet.