Für Kinder, Jugendliche & Erwachsene
Wöchentlich neue Produkte
Produkte ausführlich erklärt
Sonderkonditionen für Bildungseinrichtungen

Solar-Fotopapier für Cyanotypie

Physikspielzeug-Lexikon

Solar-Fotopapier: Cyanotypie und Blaudruck kinderleicht selbst gemacht

Solar-Fotopapier macht ein über 180 Jahre altes fotochemisches Verfahren, die Cyanotypie, für jeden zugänglich: Ohne Dunkelkammer, ohne giftige Chemikalien, allein mit Sonnenlicht und Leitungswasser entstehen leuchtend blaue Abdrücke von Blättern, Schlüsseln oder Zeichnungen. In diesem Artikel erklären wir, wie das Papier funktioniert, welche Chemie dahintersteckt und wie Ihre erste Solargrafie garantiert gelingt.

▸ Aktualisiert am 23. August 2026  |  Autor: experimentis®-Redaktion  |  Lesezeit: ca. sieben Minuten

Was ist Cyanotypie eigentlich?

Cyanotypie, auch Eisenblaudruck oder Blaudruck genannt, ist eines der ältesten fotochemischen Verfahren überhaupt. Es nutzt lichtempfindliche Eisensalze, um Motive als leuchtend blaue Abdrücke auf Papier zu bannen. Populär für den Hausgebrauch wurden die dafür nötigen Sunprint Kits im Jahr 1975: Pädagogen der Lawrence Hall of Science an der University of California entwickelten sie, um Kindern naturwissenschaftliche Prozesse spielerisch erlebbar zu machen.

“

Cyanotypie ist einfach in der Anwendung, dazu kostengünstig, die Materialien sind völlig ungiftig – und die Ergebnisse trotzdem lichtecht und haltbar.

Wie funktioniert Solar-Fotopapier?

Das Spezialpapier ist mit lichtempfindlichen Eisensalzen beschichtet und reagiert auf blaues bis ultraviolettes Licht. Legen Sie ein Objekt auf das Papier und belichten Sie es in der Sonne, entsteht an den unbedeckten Stellen eine chemische Reaktion – ganz ohne Dunkelkammer, Kamera oder bedenkliche Chemikalien. So werden aus Blättern, Schlüsseln oder Zeichnungen im Handumdrehen eigene Solargrafiken.

!

Solar-Fotopapier dürfen Sie bei Glühlampenlicht oder gedämpftem Tageslicht verwenden. Vorsicht ist bei Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen geboten: Ihr UV-Anteil kann das Papier vorzeitig belichten, bevor Sie es überhaupt in die Sonne gelegt haben.

Das brauchen Sie für Ihre erste Solargrafie

Für den Einstieg in die Cyanotypie benötigen Sie nur wenige, meist ohnehin vorhandene Materialien:

  • ✓Solar-Fotopapier
  • ✓Interessante Motive: Blätter, Blüten, Schlüssel, Scherenschnitte oder eigene Zeichnungen
  • ✓Karton oder Pappe als stabile Unterlage
  • ✓Acrylplatte oder Haushaltsfolie, um die Motive zu beschweren
  • ✓Direktes Sonnenlicht zur Belichtung
  • ✓Leitungswasser zur Entwicklung

Anleitung: In vier Schritten zur eigenen Blaupause

  • 1 Das Solar-Fotopapier auf eine feste Unterlage legen und ein oder mehrere Motive darauf anordnen.
  • 2 Mit einer Acrylplatte oder Haushaltsfolie abdecken, damit die Motive plan aufliegen und nicht verrutschen.
  • 3 In direkter Sonne drei bis sieben Minuten belichten, bei bewölktem Himmel bis zu 20 Minuten.
  • 4 Das Papier unter fließendem Leitungswasser auswaschen, bis das Wasser klar bleibt – fertig ist die Solargrafie.
✓

Tipp: Je flacher und durchsichtiger die Abdeckung, desto schärfer die Konturen im fertigen Druck. Eine Acrylplatte liefert daher meist knackigere Ergebnisse als Frischhaltefolie.

Die Chemie dahinter: Von Blau zu Weiß

Das Verfahren geht auf den britischen Astronomen und Chemiker Sir John W. Herschel zurück, der es im Jahr 1842 entwickelte. Solar-Fotopapier ist mit zitronensaurem Eisen und rotem Blutlaugensalz beschichtet. Trifft UV-Licht auf diese Beschichtung, findet eine fotochemische Reduktion von Eisen-III- zu Eisen-II-Salz statt – eine Verbindung, die wasserunlöslich ist. Beim Auswaschen unter Leitungswasser lösen sich die noch unbelichteten, wasserlöslichen Eisenverbindungen heraus. Zurück bleibt das charakteristische, tiefe Blau: Berliner Blau.

Genau auf dieses Verfahren geht übrigens auch der Begriff Blaupause zurück: Technische Zeichnungen wurden früher mit derselben Cyanotypie-Chemie vervielfältigt, sodass Kopien mit blauem Hintergrund und weißen Linien entstanden.

Die passenden Produkte im Überblick

Im experimentis®-Sortiment finden Sie unterschiedliche Solar-Fotopapiere und Sets für die Cyanotypie:

Preis: 11,15 €

Effekt: Komplettes Starter-Set mit Solarpapier und Zubehör

Besonders geeignet für: Einsteiger, Geschenke, erste Experimente

Preis: 4,95 €

Effekt: Handliches Format, einfache Anleitung

Besonders geeignet für: Kinder, kleine Projekte zwischendurch

Preis: 5,99 €

Effekt: Enthält Schablonen für gleich gelingende Motive

Besonders geeignet für: Kindergeburtstage, Einsteiger ohne eigene Motive

Preis: ab 13,90 €

Effekt: Größere Formate für ambitionierte Projekte

Besonders geeignet für: Fortgeschrittene, größere Motive, Schulprojekte

Tipps für bessere Ergebnisse

  • ✓Möglichst zur Mittagszeit belichten, wenn die Sonne am höchsten steht
  • ✓Durchscheinende Motive wie Blätter erzeugen weiche Verläufe, blickdichte Objekte scharfe Konturen
  • ✓Die beschichtete Seite möglichst nicht berühren, um Fingerabdrücke zu vermeiden
  • ✓Unbenutztes Papier lichtgeschützt und trocken lagern, dann bleibt es länger haltbar
  • ✓Fertige Motive nach dem Trocknen flach pressen, damit sie sich nicht wellen

Jetzt selbst mit Sonnenlicht drucken

Vom kompakten Sunprint Kit bis zum großen Solar-Fotopapier DIN A4 – im experimentis®-Shop finden Sie das passende Cyanotypie-Set für Einsteiger und Fortgeschrittene.

Sunprint Kit entdecken Solar-Fotopapier ansehen

Das Wichtigste auf einen Blick

Solar-Fotopapier macht die über 180 Jahre alte Cyanotypie ohne Dunkelkammer und ohne bedenkliche Chemikalien zugänglich. Mit nur wenigen Materialien, direktem Sonnenlicht und Leitungswasser entstehen in wenigen Minuten leuchtend blaue Solargrafiken.

Wer verstehen möchte, wie aus Eisensalzen unter UV-Licht das charakteristische Berliner Blau entsteht und warum wir technische Zeichnungen bis heute "Blaupausen" nennen, findet in diesem einfachen Experiment einen anschaulichen Einstieg in echte Fotochemie.

Häufige Fragen zu Solar-Fotopapier und Cyanotypie

?

Funktioniert Solar-Fotopapier auch bei bewölktem Himmel?

Ja, allerdings dauert die Belichtung dann länger. Statt drei bis sieben Minuten in direkter Sonne sollten Sie bei Wolken bis zu 20 Minuten einplanen.
?

Ist Cyanotypie für Kinder geeignet?

Ja. Die Materialien sind ungiftig, es wird keine Dunkelkammer benötigt, und das Ergebnis ist nach wenigen Minuten sichtbar. Gerade deshalb wurden Sunprint Kits ursprünglich für den Einsatz im Schulunterricht entwickelt.
?

Wie lange ist unbelichtetes Solar-Fotopapier haltbar?

Trocken und vor Licht geschützt gelagert – am besten in einer lichtdichten Verpackung – bleibt unbelichtetes Papier über mehrere Monate hinweg nutzbar. Leuchtstoffröhren, Energiesparlampen und direktes Sonnenlicht sollten Sie dabei vermeiden.
?

Woher kommt der Begriff "Blaupause"?

Der Begriff stammt direkt aus der Cyanotypie: Technische Zeichnungen wurden früher mit derselben Eisenblaudruck-Chemie kopiert, wodurch Reproduktionen mit blauem Hintergrund und weißen Linien entstanden – die klassische "Blaupause".
?

Welche Motive eignen sich am besten für Solargrafien?

Besonders gut funktionieren flache, gut abgrenzbare Objekte wie Blätter, Blüten, Federn, Schlüssel oder Scherenschnitte. Durchscheinende Motive erzeugen weiche Grauverläufe, blickdichte Objekte dagegen scharfe, weiße Konturen.
?

Muss die fertige Blaupause noch fixiert werden?

Nein. Das gründliche Auswaschen unter fließendem Leitungswasser entfernt bereits alle unbelichteten, lichtempfindlichen Reste. Danach ist das Motiv lichtecht und muss nur noch trocknen.
ex

Über die Autorin

experimentis®-Redaktion

experimentis® ist ein inhabergeführter Physik- und Wissenschaftsshop aus Rockenberg (Hessen). In diesem Artikel zeigen wir, wie Solar-Fotopapier die Cyanotypie kinderleicht und ganz ohne Dunkelkammer zugänglich macht.

 
Tags: S, F, C

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Ich habe die Datenschutzbestimmungen zur Kenntnis genommen.