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- Art.-Nr.: AS04107
- Altersempfehlung: ab 14 Jahre
- Lieferumfang: ein Bauernring (Sonnenring) für den 50. Breitengrad in Geschenkbox und Anleitung in vier Sprachen (Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
Unsere Sonnenringe
Sonnen- oder Bauernringe in verschiedenen Varianten.
Historischer Bauernring / Sonnenring – Höhensonnenuhr aus Messing
Sehr beliebt waren diese Sonnenuhren im Mittelalter, denn sie waren kompakt in ihrem Format, unkompliziert herzustellen und einfach in der Handhabung. Wahlweise konnte man den Sonnenring oder Bauernring als Finger- oder als Halsschmuck tragen. Der Bauernring, den Sie hier sehen, wird mit einem Samtband geliefert. Hauptsächlich vom 15. bis 19. Jahrhundert war der Bauernring vor allem unter der Landbevölkerung zur unkomplizierten Bestimmung der wahren Ortszeit beliebt. Zur Messung der Zeit wird der Sonnenstand bzw. die Sonnenhöhe genutzt, denn schon seit der Antike war bekannt, dass die Höhe von Himmelskörpern von der geografischen Breite abhängt. Aufgrund dessen wird der Bauernring auch als Höhensonnenuhr bezeichnet. Unter der wahren Ortszeit (WOZ) versteht man die naturgegebene Zeit an einem geografischen Punkt, der von der zu praktischen Zwecken eingeführten Zonenzeit abweichen kann.
Die Sonnenuhr beherbergt im Innern eine Stundenskala, wobei dieser Zeitmesser auf die mittleren Breitengrade ausgelegt ist. Der Ring besitzt zwei symmetrisch versetzte Öffnungen. Um die Uhrzeit abzulesen, wird der Ring so zur Sonne gehalten, dass ein Lichtfleck durch eine der beiden Öffnungen auf die Stundenskala fällt und dann die Zeit abgelesen wird. Welche der beiden Öffnungen verwendet wird, richtet sich nach dem Datum beziehungsweise dem aktuellen Tierkreiszeichen.
Der Durchmesser des Bauernringes beträgt etwa 3,8 cm, die Breite etwa 2,1 cm und die Materialstärke etwa 4 mm.
Gnomonik ist übrigens nicht die Lehre von den Gnomen, sondern die von den Sonnenuhren, denn das Wort Gnomon stammt vom griechischen γνόμον und bedeutet Schattenstab.
Geschichte: Vom Quadranten zur Höhensonnenuhr des Pedro Nunes
Mitte des 15. Jahrhunderts fanden Seefahrer eine Möglichkeit, ihren Breitengrad abzuschätzen und damit ihre Position auf See zu bestimmen. Grundlage dafür war eine bereits seit der Antike bekannte Tatsache: Die Höhe von Himmelskörpern über dem Horizont hängt vom Breitengrad des Beobachters ab.
Von diesem Zeitpunkt an wurde die Messung der Höhe von Sternen und Planeten für die Navigation von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig begann die Suche nach Möglichkeiten, diese Messungen weiter zu verbessern. Bald ergänzten verschiedene Instrumente den Quadranten, darunter das nautische Astrolabium und der Jakobsstab, auch Ballestilla genannt.
Der portugiesische Kosmograph Pedro Nunes entwickelte den Nonius, ein Verfahren zur feineren Unterteilung von Skalen, und schuf darüber hinaus weitere Instrumente mit neuartigen Konstruktionsprinzipien. Auf der Suche nach einer höheren Genauigkeit bei der Messung der Sonnenhöhe entwickelte er ein Instrument, das als nautische Ringsonnenuhr, astronomische Sonnenuhr oder graduierte Sonnenuhr bekannt wurde – die Höhensonnenuhr, wie sie auch dem hier gezeigten Bauernring zugrunde liegt.
Nunes beschrieb diese Idee in einem seiner Werke, das 1573 in Coimbra, Portugal, unter dem Titel De Arte Atque Ratione Navigandi Libri Duo veröffentlicht wurde. Darin bezeichnete er das Instrument als eine Art Astrolabium, dessen Konstruktion dem nautischen Astrolabium ähnelte, bei dem sich die zentrale Alhidade beziehungsweise Visierregel bewegt.
Diese Erfindung weist viele typische Merkmale von Nunes' Arbeiten auf: Er war ein Fachmann für Geometrie und Mathematik und besaß zugleich eine ausgeprägte Vorstellungskraft bei der Entwicklung potenziell nützlicher Instrumente. Seine geringe praktische Erfahrung im Umgang mit Instrumenten führte jedoch dazu, dass viele seiner ursprünglichen Vorschläge nicht so wirkungsvoll waren, wie er es sich vorgestellt hatte. Viele seiner Ideen fanden allerdings später erfolgreiche Anwendungen – wie auch im Fall dieses Instruments.
Von diesem Instrumententyp sind zahlreiche Abbildungen überliefert. Die erste bekannte Darstellung mit ausführlicheren Angaben und Anweisungen zu Konstruktion und Gebrauch stammt von Manuel Pimentel, der sie 1712 in Lissabon in seinem Buch Arte de Navegar ("Kunst der Navigation") veröffentlichte. Frühere Darstellungen waren wesentlich schematischer, darunter die ursprüngliche Darstellung von Nunes aus dem Jahr 1573 sowie eine Wiedergabe durch den Spanier Andrés García de Céspedes in seinem 1606 in Madrid veröffentlichten Werk Regimiento de Navegación.
Prinzip der Höhensonnenuhr
Diese Instrumentenfamilie trägt den Namen Höhensonnenuhr, weil ihre Konstruktion auf der Höhe der Sonne über dem Horizont beruht. Darüber hinaus besitzen manche Ausführungen an ihrer Aufhängung eine Korrekturmöglichkeit, sodass sie für eine Reihe benachbarter beziehungsweise paralleler Breitengrade verwendet werden können, was dem Instrument eine vergleichsweise universelle Verwendbarkeit verleiht.
Zur Verwendung wird das Instrument senkrecht aufgehängt und zur Sonne hin ausgerichtet. Die Sonnenstrahlen fallen durch eine der beiden Öffnungen auf die Innenseite des Rings und erzeugen einen kleinen Lichtfleck auf den dort eingravierten Stundenlinien. Die beiden Öffnungen sind notwendig, damit der Ring über das gesamte Jahr hinweg korrekt abgelesen werden kann: Verwendet wird jeweils die Öffnung auf der Seite, die dem Tierkreiszeichen des aktuellen Datums entspricht. Aufgrund der geringen Abmessungen dieses Instruments ist die Messung selbstverständlich nicht so genau wie bei einer großen Sonnenuhr – dafür ist die Höhensonnenuhr tragbar und lässt sich jederzeit bei sich führen.
Damit verbindet dieses historische Instrument auf bemerkenswert einfache Weise Astronomie, Geometrie, Zeitmessung und Navigation: Sonnenlicht fällt durch eine winzige Öffnung, wird auf einer berechneten Skala abgebildet und ermöglicht so, ganz ohne Uhrwerk und ohne Energiequelle, die Bestimmung der Zeit allein anhand des Sonnenstandes.
Hier geht es zur Übersicht unserer Sonnenringe.
| Altersempfehlung: | ab 14 Jahre |
| Alter nach Klassenstufe(n): | 9. + 10. Klasse, Oberstufe, Universität |
| Hauptmaterial: | Messing |
| Maße des Produktes (LxBxH) ca.: | Ø 3,8 cm |
| Gewicht ca. : | 45 g |
| Geschenk für: | Erwachsene, Physiker/in |
| Geeignet zum: | Experimentieren, Verschenken, Dekorieren / Einzug |
| Einsatzort: | Büro / Praxis, Küche / Wohnen, Schule / Universität |
| Herkunft: | Made in Europe |
HEMISFERIUM INSTRUMENTOS CIENTIFICOS ANTIGUOS S.L.
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PhänoMINT Nachtleuchtende Springknete in 4 Farben
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